… ach ja – ich stehe als Deckrüde nicht mehr zur Verfügung!

Nachwuchsplanung?

Viele bewundern den Mut derer, die sich in das „Abenteuer Hundezucht“ beim Berner Sennenhund stürzen. Sie selbst habe diesen Mut nie aufbringen können.

Wenn man bedenkt, welche erblichen Faktoren wie Maligne Histiozytose, Degenerative Myelopathie, Hyperurikosurie, MDR1 Gendefekt, Dispositionen zu Allergien, Krebserkrankungen, Nierenerkrankungen, Kreuzbandriss, Magendreher u.v.m. eine Rolle spielen – man könnte diese Liste noch beliebig fortsetzen.

Aber, wenn alle so denken würden und den Mut nicht hätten würde ich heute nicht auf der Welt sein und meine wundervolle Rasse wohl aussterben.

Gedanken zur Hundezucht

Hunde zu züchten ist zeitaufwendig, kostspielig, wunderbar, anstrengend, aufregend, traurig und brutal. Es ist kostspielig, weil die Hunde einen großzügigen Bereich brauchen um zu laufen, zu toben, zu buddeln, zu springen oder um zu spielen. Hierzu brauchen Sie ein entsprechende Stück Land um das sicher zu stellen. Es ist kostspielig, weil die jährlichen Impfungen, Ausstellungen und Futtermittel teuer, aber für Züchter, Hunde und Welpenkäufer wichtige Dinge sind. Hunde züchten ist zeitaufwendig und anstrengend, weil jeder Hund seine täglichen Zuwendungen in Form von Streicheleinheiten, Körperpflege, Erziehung, Nahrungszubereitung und Führung benötigt. Hunde züchten ist aufregend und wunderbar, weil die Entstehung der Welpen und der Geburtsvorgang eine phantastische Eigenschaft der Natur ist, das Leben zu bewahren und die Art zu erhalten. Hunde züchten ist traurig und brutal, weil bei vielen Geburtsvorgängen die Gefahr bestehen kann, das kleine Vierbeiner zu lange im Geburtskanal stecken und erst nach vielen Stunden ggf. tot auf die Welt kommen. Oder aber es ist ein Kaiserschnitt erforderlich und die Mutterhündin verstirbt anschließend. Wenn dann allerdings alle Welpen gesund und die Mutterhündin wohlauf ist, dann stellt sich für den Züchter so eine Art Glücksgefühl ein. Der Züchter ist sozusagen Opa oder Oma geworden, er hilft der Mutterhündin bei der Versorgung der kleinen Welpen und kümmert sich z.B. um die Reinigung des Fells um den Geburtsweg. Das Glück ist perfekt, wenn man sieht, dass die Mutterhündin alle Kleinen sorgfältig versorgt und die Instinktsicherheit vollständig ausgeprägt ist.
(Quelle: Auszugsweise – „Bener Farm vom Annenfleet“ Dieter Ripp)